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Russisches Erdgas kompensiert KDVR Nuklearprogramm
Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat seinen Besuch in Nord- und Südkorea abgeschlossen. Eines der Hauptthemen bei der Erörterung sowohl in Pjöngjang als auch in

Söul war das Einfrieren des nordkoreanischen Nuklearprogramms.

Wie Lawrow sagte, "hat Russland das Prinzip des Herangehens an die Regelung mittels eines Pakets von Vorschlägen unterstützt, unter anderem auch den Vorschlag der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik, der ersten Phase das Konzept des ‚Einfrierens' (des Nuklearprogramms) im Austausch gegen eine Kompensation zugrunde zu legen".

Insbesondere wird angenommen, dass im Austausch gegen den Verzicht auf die Ausarbeitung von Programmen zur Kernenergiegewinnung nach Nordkorea andere Energieträger geliefert werden sollen, und zwar zu relativ niedrigen Preisen. Heute ist die Rede von Masutlieferungen aus den USA. Aber schon demnächst kann der Kompensationsmechanismus auch auf die Lieferungen von Naturgas aus Russland in die KDVR erstreckt werden.

Wie der Vorsitzende des Ausschusses der Staatsduma der Russischen Föderation für Energetik, Transport- und Nachrichtenwesen, Valeri Jasew, Präsident der "Russischen Erdgasgesellschaft", in einem Interview für Journalisten erklärte, "hängt der Beschluss über das Einfrieren der nuklearen Programme Nordkoreas unmittelbar von den Beförderungsweisen und Fristen der Lieferung von Energieträgern an diesen Staat ab, und da kann sich das Projekt der Lieferungen von russischem Naturgas zu einer Priorität entwickeln".

Auf die Frage der RIA Nowosti, wer als erster diese Initiative ergriffen habe, anwortete Jasew, dass "die Idee schon immer in der Luft hing". "Russland sucht nach neuen Absatzmärkten für sein Naturgas im Osten, weil eine einschneidende Erhöhung des Gasverbrauchs in Europa vorläufig nicht zu erwarten ist", berichtete er.

Wie Jasew erzählte, bestünden heute zwei Projekte für die Naturgaslieferungen nach Nordkorea.

Das erste: Gaslieferungen von Sachalin aus über eine rd. 2 400 km lange Gasrohrleitung (von den Vorkommen auf Sachalin durch Nord- nach Südkorea). Auf der Halbinsel Korea gibt es keine Ferngasleitung, ihre Verlegung wird erst geplant.

Dieses Projekt ist inzwischen schon durchgearbeitet, es gibt sogar einen Entwurf der technisch-ökonomischen Begründung. Die Gesamtbaukosten einer solchen Gasrohrleitung betragen rd. 5 Md. Dollar. An der Ausarbeitung der technisch-ökonomischen Begründungen nahmen sowohl russische als auch amerikanische Unternehmen teil. Russischerseits waren es die Gasprom, die Strojtransgas und die ITERA.

Das zweite Projekt bildet einen Bestandteil des Programms zur Erschließung Ostsibiriens und des russischen Fernen Ostens, woran auch das Kowykta-Vorkommen beteiligt ist. Dieses Programm für die Schaffung eines Gasverbundsystems Ostsibiriens und des russischen Fernen Ostens wurde von der Gasprom ausgearbeitet und liegt gegenwärtig der Regierung zur Prüfung vor. Jasew nimmt an, dass es im Laufe dieses Jahres endgültig bestätigt würde. Auf Beschluss der Regierung Russlands wird die Gasprom AG die Arbeiten im Rahmen dieses Programms koordinieren. Das Gaskondensatvorkommen Kowykta soll an ein einheitliches Transportsystem angeschlossen werden, dank dem auch die entfernten Gegenden Russlands an die Gasversorgung angeschlossen werden. Die Vorräte des Gaskondensatvorkommens Kowykta werden auf 1,9 Billionen Kubikmeter Gas geschätzt. Im Verlaufe von mehr als 30 Jahren wird dieses Vorkommen die Warengaslieferungen in einem Volumen von 34 Md. Kubikmeter im Jahr auf die Märkte in Russland und im Ausland sichern können.

Im Zuge der Ausarbeitung dieses Programms wurden diverse Varianten von Exportgaslieferungen, darunter nach China, Korea und Japan, studiert. Unter anderem war die Rede von Lieferungen von verflüssigtem Gas. Es sei daran erinnert, dass zurzeit auf Sachalin ein Gasverflüssigungsbetrieb gebaut wird. Was den koreanischen Erdgasmarkt angeht, so hängt er voll und ganz vom Import von verflüssigtem Naturgas ab.

Nach Jasews Meinung werde das Projekt zur Realisierung von Gaslieferungen an Nordkorea international sein. An seiner Finanzierung würden sich Investoren aus Russland, Japan, den USA und anderen Ländern beteiligen können. "Reale Vereinbarungen liegen noch nicht vor", präzisierte der russische Abgeordnete. Selbstverständlich müssten die Investoren noch vor Beginn der Realisierung des Projektes Garantien der Versicherer vor Risiken, darunter politischen Risiken, erhalten.

Jasew betonte ferner, dass in den internationalen Verträgen der Mechanismus der Kompensation für die Lieferanten bestätigt werden müsse, was den Wert des an die Koreanische Demokratische Volksrepublik zu verkaufenden Naturgases betreffe. Er erinnerte daran, dass "Nordkorea es zu gesenkten Preisen, Südkorea aber zu Weltmarktpreisen bekommen wird". Gerade von diesem Kompensationsmechanismus hängt denn auch das Los des Projektes ab, denn sonst hätten die Gasexporteure überhaupt keinen Vorteil.

Der Leiter des Ausschusses der Staatsduma der Russischen Föderation für Energetik, Transport- und Nachrichtenwesen äußerte die Annahme, dass es durchaus real sei, das Projekt zur Verlegung der Gasrohrleitung zur Halbinsel Korea binnen drei bis vier Jahren zu verwirklichen. Jasew hob hervor: "In diesem Herbst will ich in der Staatsduma eine Rundtischkonferenz durchführen, auf der politische, juristische und ökonomische Aspekte des russisch-koreanischen Energiedialogs zur Sprache kommen sollen." Seiner Ansicht nach könne der Beschluss über die Naturgaslieferungen an Nordkorea Ende 2004 gefasst werden. (Marianna Belenkaja, politische Kommentatorin der RIA Nowosti.)

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