Der militärisch-industrielle Komplex Russlands hat im vergangenen Jahr einen neuen Exportrekord der postsowjetischen Epoche aufgestellt:
Der Erlös aus dem Waffenverkauf belief sich auf sechs Milliarden Dollar gegenüber 5,568 Milliarden 2003, schreibt die "Wedomosti" am Mittwoch.
Über die Erfolge des Rüstungskomplexes informierte der Direktor des Föderalen Dienstes für die militärtechnische Zusammenarbeit, Michail Dmitrijew, am Dienstag Präsident Wladimir Putin. Laut Dmitrijew habe das Unternehmen Rosoboronexport im zurückliegenden Jahr 5,1 Milliarden Dollar eingebracht. Weitere mindestens 450 Millionen Dollar verdienten Unternehmen, die eigene Waffenexportlizenzen haben und Ersatzteile exportierten.
Wie David Mulholland aus dem britischen Magazin "Janes Defence Weekly" feststellte, könnte Russland mit diesem Erlös beim Waffenexport auf Platz zwei in der Welt hinter den USA landen.
Der Rekord wurde allerdings in erster Linie durch die Steigerung des Exports von Ersatzteilen und Dienstleistungen gesichert. Nach Ansicht von Konstantin Makijenko, Experte des Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien, wird es bald nicht mehr möglich sein, den Verkaufsumfang sogar auf dem Niveau von fünf Milliarden Dollar im Jahr aufrechtzuerhalten.
In den nächsten zwei bis drei Jahren wird der Export nicht zurückgehen, meint Marat Kenschetajew aus dem Zentrum für das Studium von Abrüstungsproblemen: Russlands Unternehmen haben bereits Verträge im Wert von 14 bis 15 Milliarden Dollar unterzeichnet. Danach werden aber die Produzenten nach neuen Märkten suchen müssen. Aussichtsreich erscheint dabei der Export in Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sowie die Lieferung strategischer Rüstungssysteme an China und Indien.
Russland exportiert vorwiegend Flugzeugtechnik, die rund 60 Prozent der Lieferungen ausmacht. Etwa 20 Prozent beliefen sich auf Kriegsschiffe und Luftabwehrmittel.
Im vergangenen Jahr wurde ein Großvertrag mit China über die Lieferung von Fla-Raketenkomplexen S-300 im Wert von rund einer Milliarde Dollar geschlossen. Geplant sind Lieferungen dieser Komplexe an Vietnam sowie der Abschluss von Verträgen über den Verkauf von Fla-Raketenkomplexen geringer Reichweite vom Typ Tor und Panzyr mit Ländern des Nahen Ostens und Indien, berichtet die "Wedomosti". (RIA)
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