Der russische Waffenexporteur Rosoboronexport ist eines der geschlossensten russischen Unternehmen, dort wird eine Strukturreform erwartet.
Der Generaldirektor von Rosoboronexport, Sergej Tschemesow, berichtete gegenüber der Zeitung Wedomosti, dass die Hauptidee der bevorstehenden Reorganisation in der Gründung einer Verwaltungsgesellschaft bestehe, die zu 100 Prozent dem Staat gehören solle. Rosoboronexport selbst und die von ihm kontrollierten Unternehmen, darunter das Autowerk AvtoVAZ und die Hüttenkorporation WSMPO-Awisma, sollen Töchter dieser neuen Korporation werden. Sie würden Aktiengesellschaften darstellen, deren Aktien allmählich über IPO Investoren angeboten werden können.
Tschemesow zufolge war es ursprünglich seine Idee gewesen, die nach der Verhängung der US-amerikanischen Sanktionen gegen Rosoboronexport im August und Dezember 2006 besonders aktuell wurde. In gewissem Sinne sei Rosoboronexport ein politisches Unternehmen, manchmal habe das negative Auswirkungen auf seine zivilen Angelegenheiten, erläuterte Tschemesow.
In den letzten Jahren hat sich Rosoboronexport von einem einfachen staatlichen Vermittler im Waffenhandel in eine große Industrieholding verwandelt. Im vorigen Jahr übernahm die 100-prozentige Tochter Oboronimpex 66 Prozent der Aktien der Titankorporation WSMPO-Awisma. Die Summe dieses Geschäfts konnte 1 Milliarde US-Dollar übersteigen und gestern belief sich die Kapitalisierung dieses Aktienpaketes im russischen Handelssystem RTS auf ca. 2,3 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus verwaltet Rosoboronexport AvtoVAZ (die RTS-Kapitalisierung beträgt 1,9 Milliarden US-Dollar). Wegen der Kreuzstruktur des Eigentums konnte bisher kein Geld für den Aktienerwerb des Autowerks ausgegeben werden. Präsident Putin hatte aber 2006 erklärt, dass Rosoboronexport den Autokonzern in sein Eigentum übernehmen könne. Darüber hinaus will die Staatsgesellschaft eine Holding für die Produktion von Spezialstahl auf der Grundlage des Wolgograder Metallwerks Krasny Oktjabr und des Hüttenwerks Barrikady gründen. Die von Rosoboronexport kontrollierten Unternehmen bedürfen der Marktführung, für deren normale Entwicklung müsse Rosoboronexport selbst reformiert werden. Das bestätigte der Leiter der föderalen Agentur für Industrie, Boris Aljoschin.
Dem Vorschlag von Tschemesow stimmte der russische Präsident Putin bereits zu. Die Umsetzung dieser Idee wird aber mindestens ein Jahr dauern. Sie bedarf ja nicht nur eines Präsidentenerlasses, sondern auch der Verabschiedung eines Gesetzes über die staatliche Korporation.
Die Experten glauben, dass die Trennung der Verwaltung der Industrieaktiva und des Waffenhandels eine sinnvolle Idee sei, dadurch würde die Effizienz der Verwaltung erhöht werden. Der Präsident der Investmentgesellschaft AG Capital und Mitglied des Aufsichtsrates von AvtoVAZ, Albert Gawrikow, hofft, dass die Reform das Autowerk AvtoVAZ hinsichtlich seiner Eigentumsstruktur transparenter machen werde. Dies sei eine der Voraussetzungen für IPO oder die Gewinnung ausländischer Partner.
[ RIA Novosti / russland.RU ]
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