Russlands Stromwirtschaft steht 2007 vor großen Umstruktierungen
Die Stromerzeugung in Russland soll im Jahr 2007 um 4,8 Prozent auf 1,039 Billionen Kilowattstunden gesteigert werden.
Diese Pläne hat das russische Ministerium für Industrie und Energie bekannt gegeben.
2006 machte die Stromerzeugung 991,42 Milliarden Kilowattstunden aus; dadurch wurde eine Zunahme um 4 Prozent gegenüber 2005 verzeichnet.
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2006 erzeugten die Wärmekraftwerke 659,42 Milliarden Kilowattstunden (ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber 2005), die Wasserkraftwerke 175,15 Milliarden Kilowattstunden (+0,4 Prozent), die Atomkraftwerke 156,4 Milliarden Kilowattstunden (+4,6 Prozent).
2006 teilte sich die Stromerzeugung auf folgende Produzenten auf: Auf die Wärmekraftwerke entfielen 66,5 Prozent, auf die Wasserkraftwerke 17,7 Prozent, auf die Atomkraftwerke 15,8 Prozent (2005 waren es entsprechend 66, 18,3 und 15,7 Prozent).
Nach dem Stand vom 1. Januar 2007 überstiegen die Vorräte der Brennstoffe (Kohle und Heizöl) in den Kraftwerken des russischen Energiemonopolisten RAO UES den Normbestand entsprechend um 43,7 und 27,1 Prozent.
Nach vorläufigen Angaben des Koordinationszentrum des russischen Brennstoff- und Energiekomplexes belief sich der Stromverbrauch im Jahre 2006 auf 975,5 Milliarden Kilowattstunden (+3,7 Prozent gegenüber 2005).
Der durchschnittliche Stromtarif betrug für die russischen Verbraucher im Dezember vergangenen Jahres 98,02 Kopeken je eine Kilowattstunde (+7,96 Prozent gegenüber dem Dezember 2005): für die Industrieverbraucher lag er bei 91,45 Kopeken je Kilowattstunde (+7,18 Prozent), für die Stadteinwohner bei 136,24 Kopeken je Kilowattstunde (+15,91 Prozent), für die ländliche Bevölkerung bei 91,52 Kopeken je Kilowatt (+15,05 Prozent).
Das Ministerium für Industrie und Energie bemerkte, dass 2006 Umstrukturierungen in der Branche fortgeführt wurden. Die Trennung der vertikal integrierten regionalen Energieunternehmen wird je nach den Tätigkeitsart beendet. Seit dem 1. September 2006 funktioniert ein neues Modell der Groß- und Einzelhandelsmärkte für die Stromenergie.
2006 habe man fortgeführt, Stromerzeugungsanlagen zu bauen und die Netz- und Technologieeinschränkungen zu beseitigen, die den Konkurrenzwettbewerb auf dem Strommarkt und Kapazitäten unterdrückten. Es sei die Zuverlässigkeit des russischen Stromverbundsystems erhöht worden, heißt es in den Unterlagen des Ministeriums.
Insbesondere wurde im vierten Quartal 2006 in Dagestan der erste Bauabschnitt des Wasserkraftwerks Irganaj abgeschlossen (die verfügbare Leistung des Kraftwerks wurde um 146 auf 360 Megawatt gesteigert, was durch die künstliche Anhebung des Wasserpegels ermöglicht wurde). In Karatschajewo-Tscherkessien setzte man den dritten Startkomplex des Wasserkraftwerks Selentschuk und in Chabarowsk den vierten Energieblock des Heizkraftwerks 3 (durch die Leistungssteigerung auf 720 Megawatt wurde es zum größten Heizkraftwerk im Fernen Osten) in Betrieb. Zudem wurde in St. Petersburg der zweite Energieblock des Heizkraftwerks Nordwest von 450 Megawatt in Betrieb genommen.
Das Ministerium für Industrie und Energie teilt mit, dass 2007 die Inbetriebnahme des ersten Energieblocks des Überlandkraftwerks Iwanowo von 325 Megawatt; einer Kapazität von 115 Megawatt im Überlandkraftwerk Nischneturjinsk; einer Kapazität von 110 Megawatt im Heizkraftwerk 23 von Mossenergo und des vierten Energieblocks im Heizkraftwerk Sakmarsk von 60 Megawatt geplant seien. In Übereinstimmung mit den Beschlüssen der russischen Regierung erwarte man, dass 2007 ein generelles Schema zur Standortverteilung der Stromenergieobjekte für den Zeitraum bis 2020 bestätigt wird.
Darüber hinaus werde man an der allmählichen Erhöhung des Stromanteils arbeiten, der nicht zu staatlich geregelten Preisen verkauft wird. Diese Arbeit schließe die Ausarbeitung von entsprechenden rechtlichen Dokumenten ein. Darüber hinaus wolle man das Verfahren nachbearbeiten, wie die Tarife der Stromverteilung geregelt werden könnten. Dabei sollen die Entwicklung der Netzinfrastruktur und der Anschluss neuer Stromerzeugungskapazitäten und Verbraucher berücksichtigt werden, gibt das Ministerium bekannt.
Zum 1. März 2007 will das Ministerium für Industrie und Energie der Regierung ein Programm von Maßnahmen vorlegen, damit die Investitionen in den Bau von Produktionsstätten in der Atom-, Wasser- und Kohleenergiewirtschaft gefördert werden. [ RIA Novosti / russland.RU ]
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